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Kenners Kolumne zum Leben und überhaupt

Lesen ist mir immer eine Lust gewesen. Als Kind durchforstete ich die Stadtbücherei glücklich auf der Suche nach immer neuem Futter für meinen fast unstillbaren Lesehunger – bei einigen der Bücher, die ich damals gelesen habe habe ich erst Jahre später verstanden was eigentlich das Thema war. Als junge Frau fand ich Ideen für mein Leben, meine politische Entwicklung, meinen Werdegang darin. Dann kam die Phase der Verweigerung. Zu viele schwere Bücher hatten mir den Appetit verdorben, hatten mir das Gefühl hinterlassen, die Welt ist furchtbar, das Leben schwer und wir sind sowieso nie gut genug. Aber aufgeben konnte ich es nicht, das Lesen, ich stieg um auf Kitschromane, leicht zu lesen und garantiertes Happy End. War zwar etwas peinlich mit diesen schwülstigen Titelbildern erwischt zu werden, aber das Verschwinden in einer leichten, seichten und immer gut endenden Welt war entzückend. Und ich glaube, es hat mir auch über einige schwierige Momente meines Lebens hinweggeholfen, weil mich meine Probleme nicht unter sich begraben haben, sondern ich konnte sie etwas weghalten, um sie dann Schritt für Schritt zu bearbeiten.
Dann schenkte mir eine Freundin das Buch „Unter dem Tagmond“ von Keri Hulme, eine wundervolle berührende Geschichte von verstörten Menschen, die sich gemeinsam lieben lernen, sich selbst und auch die anderen. Meine Leselust stieg, „Haifischfrauen“, „Wilde Schwäne“ von Jung Chang, Bücher von Thomas Rosenlöcher, „Das Liede von Leben und Tod“ von Marcelo Figueras und auch wieder theoretische Wälzer über Politik, die Welt und das Leben an und für sich haben wieder Einzug gefunden in mein Leben und bereichern es.
Seit zwei Jahren mache ich nun mit zunehmender Freude immer wieder kleine Leseabende hier im Hause und auch das macht mir Freude. Ich lerne, Bücher zu bearbeiten, so dass sie von anderen auch auszugsweise verstanden werden können, ich suche kleine Geschichten, die Freude machen oder nachdenklich stimmen und teile sie. Und auch Gäste machen das hier, teilen Gelesenes mit anderen, teilen Gedanken über das Gelesene.
So ist mir die Lust auf das Lesen wieder gewachsen. Das freut mich sehr. Deshalb möchte ich diese Stelle nutzen, um Ihnen / Euch, unseren Gästen zu danken, für die Auseinandersetzungsfreudigkeit, die Sie / Ihr hierher mitbringt, die Lebensfreude und auch die Freude am Lesen.........

ELBgenuss - gedankenweit 2010: Wandern & Lesen
Poesie im Wald und die Poesie des Waldes gehen eine Symbiose ein.....

ab EUR 586,00

26.09.2010-03.10.2010

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